Feierstunde zum Abschluss von 33 Jahren am EMG

Abschied von Anne Präder

Tag der Begegnung: Schulleitung, Stadtarchiv und Kirchengemeinden verabschieden Anne Präder

Im Rahmen einer Feierstunde hat sich das Ernst-Mach-Gymnasium von seiner über die Maßen verdienten Mitarbeiterin Anne Präder verabschiedet. Die Lehrerin für Englisch und katholische Religion wurde bereits am 31. Januar offiziell in den Ruhestand versetzt, elf Tage später nahmen Schulleitung, Kollegium und ehemalige Weggefährten den Pädagogischen Tag zum Anlass, für einen angemessen feierlichen Übergang in Anne Präders neuen Lebensabschnitt zu sorgen.

„Begegnungen mit anderen Menschen haben nicht nur in ihrem privaten, sondern auch in ihrem beruflichen Leben eine besondere Rolle gespielt. Auch der heutige Tag ist ein Tag der Begegnung“, sagte Schulleiter Martin Welz in seiner Laudatio.

In der Tat hatten sich in der neuen EMG-Aula neben Präders Familie und dem kompletten Kollegium auch Vertreter der Hürther Kirchengemeinden sowie der Hürther Stadtarchivar Michael Cöln eingefunden. Sowohl mit dem Stadtarchiv als auch mit den Kirchen hatte Anne Präder zahlreiche Kooperationsprojekte organisiert, die mittlerweile zum festen Bestandteil des EMG-Schulprogramms gehören.

Aus ihrer insgesamt 33 Jahre währenden Dienstzeit am EMG ist dabei das Stolperstein-Projekt besonders hervorzuheben. In dessen Rahmen wird an die Schicksale jüdischer Familien in Hürth gedacht, die während des Dritten Reichs unter der Verfolgung der Nationalsozialisten gelitten haben. Im Jahr 2016 übernahm das EMG auf Präders Initiative die Patenschaft für vier der Hürther Familie Heidt gewidmeten Stolpersteine, die im Jahr 1942 von den Nazis ermordet wurde.

„Damit haben sie für eine nachhaltige Begegnung von Hürther Bürgerinnen und Bürgern mit der Geschichte ihrer Heimat gesorgt“, würdigte Welz das Engagement. Auch die Jahr für Jahr stattfindende Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit noch lebenden Zeitzeugen des Nationalsozialismus wäre ohne Anne Präder nicht denkbar. Gemeinsam mit dem Maximilian-Kolbe-Werk organisierte sie die Einladungen an Holocaust-Überlebende, die in der Bonnstraße immer wieder für ergreifende und nachwirkende Momente bei den Jugendlichen sorgten und sorgen.

Die Vielfalt des Präderschen Engagements am EMG umfasste aber auch die Organisation des jährlichen „Frühjahrsputzes“, der „Hürther Weltreise“, die Gestaltung des in der Stufe 9 angesiedelten Sozialpraktikums, die Koordinierung von schulpastoralen Veranstaltungen wie „Frühschichten“, Schulgottesdiensten, aber auch die Gestaltung des Schüleraustauschprogramms mit Schulen in den USA. Und wie ein roter Faden ziehen sich menschliche Begegnungen und soziale Aspekte durch ihr schulisches Wirken.

„Mit ihnen verlässt eine Kollegin die Schule, die eine außergewöhnliche Identifikation mit ihrem Arbeitsplatz und der Region besitzt. Eine Kollegin, die durch ihren persönlichen Einsatz und ihr Ideenreichtum dem Ernst-Mach-Gymnasium ein Profil gegeben hat“, bedankte sich Welz auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen.

Um ihr Engagement muss man sich auch für den neuen Lebensabschnitt keine Sorgen machen. Anne Präder hat viel vor. Unter anderem wird sie als Laienrichterin an einem Schöffengericht tätig sein. Außerdem erwartet Tochter Lara das erste Enkelkind. Für neue Begegnungen ist also gesorgt. Das Ernst-Mach-Gymnasium freut sich aber auch darauf, Anne Präder ab und zu an alter Wirkungsstätte zu begegnen.

Gregor Evers

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