Boy’s & Girl’s Day: Motorsport hautnah

„Diesen Girls’ Day und Boys’ Day werden wir so schnell nicht vergessen“, meint Mikail Delibas. Er ist einer von unseren 16 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8, die am 23. April einen spannenden Tag bei Toyota Racing in Köln-Marsdorf verbringen konnten. „Mir war eigentlich schon vorher klar: Das wird definitiv kein gewöhnlicher Berufsfelderkundungstag“, schwärmt der technikbegeisterte Motorsportenthusiast.

Das Highlight des Tages war auf jeden Fall der Rundgang durch das historische Rennsportmuseum. Dort bekamen wir nicht nur spannende Einblicke in Aufbau und Design historischer Modelle – etwa des Toyota Celica von Ove Andersson, dem ‚Toyota-Racing-Vater‘ –, sondern konnten auch auf Tuchfühlung mit dem neuesten Wasserstoff-Boliden gehen. „Ich bin totaler Motorsportfan. Mein Highlight war es, die ganzen Rennwagen aus nächster Nähe zu sehen“, erzählt Mara Hien begeistert.

Auch Dawid Ruppert war beeindruckt: „Am liebsten wäre ich direkt eingestiegen und losgefahren.“ Dass das leider nicht möglich war, erklärte uns unser Begleiter Thomas Heidbrink mit einem Schmunzeln: Die Fahrzeuge seien inzwischen echte Ausstellungsstücke und natürlich längst außer Betrieb.

Neben den historischen Fahrzeugen konnten wir aber auch die moderne Arbeit hinter dem Motorsport kennenlernen. Wir sahen, wie Zerspanungstechniker und Schlosser hochpräzise Aluminiumteile für die Rennwagen herstellen und wie streng diese Bauteile getestet werden. Besonders beeindruckend war die Teststation für Rennsportmotoren, in der Rennsituationen simuliert werden, um die Motoren unter extremen Bedingungen zu prüfen. Ein Geräuschpegel, den man eher spürt als beschreibt.

Mindestens genauso beeindruckend war für unsere Gruppe der Fahrsimulator – und die Begegnung mit den beiden Rennfahrern José María López (l) und Clemens Schmid (r). Dass wir dort plötzlich einem Le-Mans-Sieger und Weltmeister direkt Fragen stellen konnten, war schon etwas Besonderes.

Im Gespräch ging es unter anderem um die Vorbereitung auf Rennen, Konzentration, Fitness und Training. Dabei wurde auch deutlich, wie professionell selbst die Arbeit im Simulator betrieben wird. Auf die scherzhafte Frage, ob man dort manchmal auch „verrückte Challenges“ mache – etwa mit vertauschter Lenkung oder dreifacher Geschwindigkeit –, erklärte uns Clemens Schmid mit einem Augenzwinkern: „Rennsimulation im Profibereich ist eine sehr ernste Angelegenheit. Da haben wir eigentlich keine Zeit, um Quatsch zu machen.“

Insgesamt bleibt für uns noch ein weiterer Eindruck, von dem wir auch als Schulgemeinschaft etwas lernen können: Toyota-Racing ist ein riesiges Team und der ganze Rennsport funktioniert nur, wenn alle miteinander arbeiten und jeder sein Bestes gibt. Ob es die Crew bei Boxenstopp ist, oder der Schlosser, der den Rahmen zusammenschweißt, alles muss funktionieren, gerade hinter den Kulissen. Bei uns an der Schule ist das nicht anders. Zu einer guten Schule gehört, dass es auch außerhalb des Unterrichts läuft. „Wir wollen hier alle unser Bestes geben“, erklärte uns Thomas Heidbrink. „Deshalb arbeiten wir in jeder Abteilung mit Kaizen-Boards, die uns zeigen, was wir besser machen können. Vielleicht wollt ihr das ja mal in eurer Schule ausprobieren.“

Am Ende waren alle begeistert. Vor allem die Möglichkeit in der Jahrgangsstufe 10 ein Praktikum bei Toyota Racing zu machen, war für viele interessant. Auch Thomas Heidbrink freute sich: „Es ist schön, dass euch dieser Girl’s Day/Boy’s Day gefallen hat. Vor allem, weil wir endlich mal wieder einen möglich machen konnten, weil bei euch das Interesse so groß war.“ Dann gab’s noch eine Tüte mit Geschenken. Kaizen-Boards waren zwar keine drin, aber vielleicht können wir als Schule die Idee bei uns ausprobieren.

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