Früher war mehr Lametta

„Früher war mehr Lametta!“ Der Satz, den Vico von Bülow alias Loriot in seiner Rolle als Opa Hoppenstedt spricht, kennen nicht nur eingefleischte Fans. Und seit dieser Woche ist die Zahl der Menschen, denen das Lametta-Zitat ein Lächeln ins Gesicht zaubert, in Hürth um einige Dutzend gestiegen.

Der Sketch, der im weihnachtlichen Wohnzimmer der kleinbürgerlichen Familie Hoppenstedt spielt, war einer der Höhepunkte des fulminanten Programms „Loriot steht Kopf“, den der Literaturkurs des Ernst-Mach-Gymnasiums Ende Juni zwei Mal zur Aufführung brachte.

„Ich bin begeistert und tatsächlich überrascht, was die Truppe auf der Bühne abliefert. Für mich ist es auch sehr schön, die Schülerinnen und Schüler auch einmal außerhalb der klassischen Unterrichtssituation zu erleben“, urteilte EMG-Lehrkraft Daniel Chmela.

Ob Maya Hartz als genervte Therapeutin, Caro Fillbrandt als unbeholfene Schreibkraft, Paul Pepsik als inhaltslos schwadronierender Politiker, Max Zimmermann als zunehmend verwirrter Lottogewinner (Erwin Lindemann) oder Leon Nikolic als resolut konservativer Rentner (Opa Hoppenstedt) – dem 17-köpfigen Ensemble aus der Stufe Q1 war der Spaß auf der Bühne deutlich anzumerken.

„Viele der Sketche von Loriot sind ja schon deutlich über 50 Jahre alt. Aber die meisten Themen sind ja immer noch aktuell“, erklärte Valentin Rother, der in einer modernen Adaption des Spielwarenladen-Sketches einen überaus überzeugend berlinernden Barbershop-Kunden gab.

„Wir haben den Kurs mit den Loriot-Sketchen konfrontiert. Und der Vorschlag ist dann von den Schülerinnen und Schülern schnell aufgegriffen worden“, berichtet Eva Barkow, die den Kurs zusammen mit ihrer Kollegin Yvonne Kreucher leitet.

Nicht nur bei den Nachwuchs-Schauspielerinnen und -Schauspielern kam das Thema Loriot gut an. Noch am Abend der ersten Aufführung musste in der EMG-Aula eilig nachbestuhlt werden, um dem unerwartet hohen Zuschauerandrang gerecht zu werden. Bemerkenswert auch die starke Resonanz am glühend heißen zweiten Aufführungstag. Weit über 35°C zeigte das Thermometer vor der Schule, während Familie Hoppenstedt in der Aula bei nur geringfügig niedrigerer Temperatur ihr gut bürgerliches Weihnachtsfest beging.

Das Ernst-Mach-Gymnasium darf sich also schon auf die nächsten Aufführungen der künftigen Literaturkurse freuen. Oder um es mit Ömer Bicer in der Rolle als Spielwarenverkäufer zu sagen: „Da macht es Puff. Und da ist das immer ein großes Hallo und viel Spaß.“

Gregor Evers

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