Wiedersehen nach Jahrzehnten
Gleich zweimal durfte das Ernst-Mach-Gymnasium in der vergangenen Woche ehemalige Schülerinnen und Schüler willkommen heißen: Am Freitag, dem 19. Juni, kehrte der Abiturjahrgang 1996 zu seinem 30-jährigen Jubiläum zurück, einen Tag später folgte der Abiturjahrgang 1986 zum 40-jährigen Wiedersehen. Insgesamt fanden sich an beiden Tagen weit über 60 Ehemalige am EMG ein, um Erinnerungen aufzufrischen, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen und ihre alte Schule neu zu entdecken.
Gut, mit dem neuen Namen „Ernst Mach Gymnasium“ sind nicht alle Ehemaligen trotz sommerlichster Temperaturen warm geworden. Gerne erinnerten sich alle an ihre Zeit am „Gymnasium Bonnstraße“ (so hieß das EMG bis zu seiner Umbenennung 2004). Aber mindestens mit sichtbarer Neugier und einem gewissen Staunen erkundeten die Gäste die heutigen Räumlichkeiten. Viele erinnerten sich noch genau daran, wo früher Fachräume lagen, oder wo der Sand für die Beachparty in der Aula zwecks Abistreich 1986 verteilt worden war.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Ehemaligen von den großzügigen Multifunktionsbereichen, den modernen Lernräumen und den Aufenthaltsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler. Auch das Lehrerzimmer wurde unter die Lupe genommen. Kivanc Haspolat überprüfte beispielsweise die vorhandene Dartscheibe auf ordnungsgemäße Funktion und konnte sich nur schwer wieder losreißen.
Vermisst wurde auch das „Raucherzimmer“ (so bezeichnete man offenbar den Oberstufenraum zwischen 1986 und 1996; Anm. TR) im alten C-Trakt. Dafür bietet das EMG heute einen kühlen Ganztagsbereich mit vielfältigen Angeboten (z.B. einem Billardtisch). „Anders – und gut“, brachte es eine Teilnehmerin treffend auf den Punkt. Immer wieder war zu hören, wie positiv die Entwicklung der Schule wahrgenommen wurde.
Bei hochsommerlichen Temperaturen ließen es sich viele nicht nehmen, noch einmal über den Schulhof zu schlendern und jeden Winkel des „neuen“ EMG zu erkunden (so zum Beispiel den Grundstein von 2022 im A-Gebäude, wo sich auch heute noch die Naturwissenschaften befinden).
Auch die Aula weckte viele Erinnerungen. Dass ihr markantes Dach bis heute erhalten geblieben ist, verbindet die Geschichte des alten Schulgebäudes mit dem modernen Gesicht des heutigen EMG. „Vergangenheit und Gegenwart sind hier wirklich eng miteinander verbunden“, bilanzierte Bruno Arich-Gerz aus dem Jahrgang 1986.
Die besondere Note: Schulleiter Martin Welz und Kunstlehrerlegende Dirk Königsfeld (beide Abi 1986) drückten selbst noch einmal für einen Moment die Schulbank im Klassenraum der 6a, um in Erinnerungen zu schwelgen. Dort wurden schließlich auch noch einige der Jubilare an die Tafel gerufen, allerdings nicht um geprüft zu werden, sondern um unseren „Kids von heute“ noch einen Gruß zu hinterlassen. So entstanden zahlreiche kleine Botschaften, die zeigen, dass das EMG auch Jahrzehnte nach dem Abitur ein Ort bleibt, mit dem viele Menschen besondere Erinnerungen verbinden.
Ernst macht jung. Und Ernst verbindet.
Dominik Trauth
